Spieleabend

Tischkicker, Darts, Billard: Was passt in den Hobbyraum?

Platzbedarf, Lautstärke, Spielerzahl und Lernkurve im Vergleich: welches Kneipenspiel in deinen Hobbyraum passt und worauf du vor dem Kauf achten solltest.

Für kleine Räume ist Darts die beste Wahl: Es braucht nur eine freie Wand und rund drei Meter Tiefe. Ein Tischkicker passt in einen mittelgroßen Hobbyraum, braucht aber mehr Fläche als sein Gehäuse, weil die Stangen seitlich herausragen. Billard braucht mit Abstand am meisten Platz, denn rund um den Tisch muss auf jeder Seite ein Queue ausholen können.

Die Grundregeln und Spielvarianten der drei Kneipenklassiker stehen im Ratgeber Spieleabend. Hier geht es um die Frage davor: Was passt in deinen Raum, zu deiner Gruppe und zu deinen Nachbarn?

Der schnelle Vergleich

Darts Tischkicker Billard
Platzbedarf gering mittel groß
Spielende gleichzeitig 1 wirft, beliebig viele spielen mit 2 bis 4 2, abwechselnd
Lautstärke leise bis mittel laut mittel
Lernkurve schnell spielbar, schwer zu meistern sofort spielbar Grundregeln schnell, Technik dauert
Gewicht und Aufbau leicht, an die Wand sperrig, schwer sehr schwer, oft Aufbau durch Fachleute
Für Kinder Softdarts mit Aufsicht gut geeignet ab einer Größe, bei der Kinder über den Tisch reichen
Für Partys sehr gut, Turniere mit vielen sehr gut, schnelle Partien gut, eher ruhig

Darts: wenig Platz, viel Spiel

Darts ist das platzsparendste Kneipenspiel. Für Steeldarts hängt die Scheibe so, dass die Mitte 1,73 Meter über dem Boden liegt, die Abwurflinie ist 2,37 Meter von der Scheibe entfernt. Für elektronische Softdart-Automaten gelten teils etwas andere Abstände, die beim Hersteller stehen.

Platzbedarf: grob drei Meter Tiefe und anderthalb Meter Breite. Im Wurfbereich darf niemand vorbeilaufen, deshalb gehört die Scheibe nicht neben eine Tür oder in einen Durchgang.

Steeldarts oder Softdarts?

  • Steeldarts haben Metallspitzen und werden auf eine Scheibe aus gepressten Sisalfasern geworfen. Das klassische Spielgefühl, aber Pfeile, die danebengehen, hinterlassen Löcher. Ein Wandschutz rund um die Scheibe und eine Bodenmatte sind Pflicht.
  • Softdarts haben Kunststoffspitzen und werden meist auf elektronische Boards geworfen, die automatisch zählen. Sie schonen Wand und Boden und eignen sich besser für Familien.

Sicherheit: Darts sind Wurfgeschosse mit Spitze. Kinder spielen nur mit Aufsicht, Zuschauer stehen hinter der werfenden Person, nie seitlich vor der Scheibe. Beim Herausziehen der Pfeile wird nicht geworfen.

Tischkicker: viel Stimmung auf mittlerer Fläche

Ein Kicker bringt sofort Stimmung. Das Spiel ist in Sekunden erklärt, Partien dauern nur wenige Minuten, und auch Kinder können mit Erwachsenen mithalten.

Platzbedarf: Ein Standkicker ist meist etwa anderthalb Meter lang. Die Griffstangen ragen auf beiden Längsseiten deutlich über das Gehäuse hinaus, und davor stehen die Spielenden. Plane deshalb an beiden Griffseiten ausreichend Bewegungsraum ein, als Richtwert etwa einen Meter. An den Torseiten reicht weniger, dort muss nur jemand den Ball aus dem Tor holen können.

Worauf achten:

  • Stabilität: Ein schwerer Kicker wackelt beim Spielen nicht. Höhenverstellbare Füße gleichen unebene Böden aus.
  • Stangen: Teleskopstangen ragen nicht auf der Gegenseite heraus. Das spart Platz und schützt Kinder vor Stößen.
  • Lautstärke: Kicker gehören zu den lauteren Spielen. In Wohnungen mit Nachbarn darunter dämpft ein Teppich den Trittschall.
  • Tischkicker für den Couchtisch: Für sehr kleine Räume gibt es Tischmodelle. Sie machen Spaß, ersetzen aber keinen Standkicker.

Billard: der Platzfresser

Billard ist das eleganteste der drei Spiele und braucht den meisten Raum. Der Tisch selbst ist dabei nicht das Problem, sondern das Queue: Wer an der Bande stößt, braucht hinter sich eine volle Queue-Länge Platz.

Rechenregel für den Raum

Spielfläche + auf jeder Seite eine Queue-Länge = benötigter Raum

Ein Standard-Queue ist etwa 1,45 Meter lang. Daraus ergeben sich diese rechnerischen Richtwerte:

Tischgröße Spielfläche ungefähr Raum mit Standard-Queue Raum mit kurzem Queue (etwa 1,20 m)
7 Fuß 198 × 99 cm etwa 4,9 × 3,9 m etwa 4,4 × 3,4 m
8 Fuß 224 × 112 cm etwa 5,1 × 4,0 m etwa 4,6 × 3,5 m
9 Fuß (Turniergröße) 254 × 127 cm etwa 5,4 × 4,2 m etwa 4,9 × 3,7 m

Die Tischgröße in Fuß bezeichnet die ungefähre Länge des Tisches. Die genauen Maße der Spielfläche unterscheiden sich je nach Hersteller, deshalb solltest du vor dem Kauf mit den Angaben des konkreten Modells nachrechnen. Fehlt an einer Seite etwas Platz, hilft ein kurzes Queue für genau diese Stöße.

Weitere Punkte vor dem Kauf

  • Gewicht: Billardtische mit Steinplatte wiegen mehrere hundert Kilo. Prüfe die Tragfähigkeit des Bodens, besonders in Dachgeschossen, und den Transportweg durch Treppenhaus und Türen.
  • Ebene Fläche: Der Tisch muss exakt waagerecht stehen, sonst laufen die Kugeln.
  • Licht: Eine Lampe über der Spielfläche, die das Tuch gleichmäßig ausleuchtet, gehört dazu.
  • Kombitische: Es gibt Billardtische mit Auflage, die zum Esstisch oder zur Tischtennisplatte werden. Für Räume, die mehrere Aufgaben haben, kann das ein Kompromiss sein.

Wer sich für Billard entscheidet, findet die Grundregeln für 8-Ball und 9-Ball unter Billard-Regeln einfach erklärt.

Welches Spiel passt zu welchem Raum?

Raum Gut geeignet Eher nicht
Flur oder schmaler Raum Darts Kicker, Billard
Kinderzimmer oder Arbeitszimmer Softdarts, kleiner Tischkicker Billard
Kellerraum ab etwa 12 m² Darts, Standkicker großer Billardtisch
Hobbyraum ab etwa 20 m² Darts und Kicker zusammen, kleiner Billardtisch mit genauer Planung
Garage oder großer Partykeller alle drei

Diese Einteilung ist eine grobe Orientierung. Entscheidend sind der Grundriss, Türen, Fenster und Möbel, die im Weg stehen. Am zuverlässigsten ist ein Test mit Kreppband: Klebe die Umrisse von Tisch oder Wurfbereich auf den Boden und bewege dich mit einem Besenstiel als Queue-Ersatz im Raum.

Zwei Spiele in einem Raum

Wer Platz für mehr als ein Spiel hat, sollte die Bereiche sauber trennen. Darts und Billard vertragen sich schlecht: Wer am Billardtisch steht und sich zum Stoß bückt, darf nie in die Wurflinie geraten. Hängt die Dartscheibe an einer Stirnwand und der Billardtisch steht seitlich davon, muss zwischen Wurfbereich und Queue-Radius genug Abstand bleiben. Kicker und Darts lassen sich leichter kombinieren, weil der Kicker kompakter ist und an einer Längswand stehen kann.

Für Familien mit Kindern

  • Kicker ist das kinderfreundlichste der drei Spiele. Kleinere Kinder brauchen eventuell einen stabilen Tritt, damit sie an die Stangen kommen.
  • Darts nur als Softdarts und mit Aufsicht. Die Pfeile gehören nach dem Spielen außer Reichweite.
  • Billard funktioniert, sobald Kinder über die Bande reichen. Kurze Queues erleichtern den Einstieg, und die Grundregeln sind schnell gelernt.

Checkliste vor dem Kauf

  • Raum ausgemessen, inklusive Türen, Fenster und Heizkörper
  • Umrisse mit Kreppband auf dem Boden getestet
  • Transportweg geprüft: Treppen, Türbreiten, Kurven
  • Bodenbelastbarkeit bei schweren Tischen geklärt
  • Lautstärke und Nachbarn bedacht
  • Licht über dem Spielbereich geplant
  • Sicherheitsabstand zu Durchgängen bei Darts eingeplant
  • Zubehör bedacht: Pfeile, Bälle, Queues, Kreide, Wandschutz

Tipp: Wer unsicher ist, welches Spiel die Gruppe langfristig begeistert, mietet für eine Party einen Kicker oder spielt ein paar Abende in einer Billardhalle. Danach weißt du, wofür sich der Platz im Hobbyraum lohnt.

Als Geschenk

Eine Dartscheibe mit Wandschutz, ein Queue mit Gravur oder ein Satz Kickerbälle eignen sich gut als Geschenk für alle, die schon einen Spielplatz zu Hause haben. Ideen für sportbegeisterte Menschen findest du unter Geschenke für Sportler.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Wie viel Platz braucht man für Darts?

Bei Steeldarts liegt die Abwurflinie 2,37 Meter vor der Scheibe. Dazu kommt Platz hinter der Linie für die werfende Person und die Zuschauer, insgesamt also grob drei Meter Tiefe. In der Breite reichen etwa anderthalb Meter, wenn seitlich niemand vorbeiläuft.

Welche Raumgröße braucht ein Billardtisch?

Als Rechenregel nimmst du die Spielfläche und addierst auf jeder Seite eine Queue-Länge, bei Standard-Queues also etwa anderthalb Meter. Für einen kleinen 7-Fuß-Tisch ergibt das rechnerisch knapp fünf mal vier Meter. Mit kürzeren Queues kommst du in etwas kleineren Räumen aus, an einzelnen Stellen wird es dann aber eng.

Ist ein Tischkicker laut?

Ja, Kicker gehören zu den lautesten Spielen für zu Hause: Der Ball knallt gegen die Bande und ins Tor, und gespielt wird mit viel Jubel. In Mietwohnungen mit Nachbarn darunter helfen ein Teppich unter dem Kicker und feste Spielzeiten.

Kann man Darts in der Mietwohnung spielen?

Mit Softdarts und einem elektronischen Board ist das meist unproblematisch, weil die Kunststoffspitzen Wand und Boden schonen. Bei Steeldarts schützt ein Wandschutz rund um die Scheibe vor Löchern in der Wand, eine Matte am Boden vor Kratzern durch herunterfallende Pfeile.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Mehr Schbass.